Eine funktionierende Demokratie zeichnet sich durch die Partizipation ihrer Bürgerinnen und Bürger am politischen Geschehen aus. Welche Form der Partizipation angemessen ist, wird jedoch kontrovers diskutiert. Der 12. Bundeskongress Politische Bildung, der gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Bundesausschuss Politische Bildung und der Deutschen Vereinigung für politische Bildung e.V. veranstaltet wird, findet dieses Jahr von 21. bis 23. Mai in Berlin statt. Er widmet sich dem Thema “Partizipation” und fragt u.a. nach den Auswirkungen von Partizipation auf die Demokratie.

 

Thema und Ziele 

 

Die Debatte über die Art und den Umfang von Partizipation hat grade in Bezug auf das Web 2.0 an Relevanz gewonnen: Unsere ‘Netzwerk-Gesellschaft’ bietet Partizipation – besonders auch politischer Partizipation – ganz neue Dimensionen und Möglichkeiten. Ob sich ein Paradigmenwechsel in Politik und Politischer Bildung abzeichnet, lautet daher eine der Kernfragen des Kongresses. Daneben eröffnen die vielen Chancen auch viele Fragen und Unsicherheiten. Hier setzt der Bundeskongress für politische Bildung an: Menschen mit verschiedenen Hintergründen, Meinungen und Interessen treten während der drei Tage ins Gespräch miteinander und referieren, diskutieren und informieren auf ‘neutralem Boden’ über verschiedene Themenbereiche von Partizipation.

 

Die Ziele des Kongresses sind eine Bestandsaufnahme von Partizipation in unserer Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Demokratie (Internetaktivismus, Stuttgart 21, Liquid Democracy etc.). Anhand von Praxisbeispielen werden folgende Fragen diskutiert: Wie kann politische Bildung partizipative Prozesse begleiten, welche Bedeutung kommt ihr angesichts der Entwicklungen zu? Muss politische Bildung selbst partizipativer werden?, ist eine weitere Kernfrage, die anhand einer Diskussion über die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Trends und politischer Bildung erörtert werden soll.

 

Das Programm – “Sektionen” und “Workshops”

 

Nach einer einführenden Begrüssung am Nachmittag des Eröffnungstages, (Tag 1 – Montag, 21.05.), durch die Veranstalter und Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Inneren, gehen der anschließende Vortrag von Prof. Dr. Colin Crouch, Warwick Business School, und die Podiumsdiskussion der Frage nach, welche neuen Formen der Partizipation es gibt und wie sie die Weiterentwicklung der Demokratie beeinflussen. Die weitere Erarbeitung des Themas “Partizipation” wird mittels sogenannter “Sektionen” (Tag 2 – Dienstag, 22.05.) und “Workshops” (Tag 3 – Mittwoch, 23.05.) realisiert.

 

Die elf Sektionen, die an Tag 2 des Kongresses jeweils vormittags und nachmittags in Blöcken stattfinden, gliedern sich in Kurzreferate und anschließenden Diskussionen und dienen der Einführung in das spezifische Thema. In der Sektion “Früh übt sich – Startbedingungen für lebenslange Partizipation” wird beispielsweise diskutiert, wie Kinder und junge Erwachsene Partizipation lernen können und welche Voraussetzungen man dafür schaffen sollte.

 

An Tag 3 des Kongresses werden die Themen der Sektionen in Workshops anhand von Praxisbeispielen vertieft. In dem Workshop “Partizipation durch Lernortpluralität” wird u.a. danach gefragt, wie Beteiligungsinteressen von Jugendlichen in der Schule und in ihrem Stadtviertel miteinander verknüpft werden können. Mit dem Fokus auf die Jugendlichen im Zeitalter der Digitalisierung wird in einem weiteren Workshop “ePartizipation von Jugendlichen – Gelingensbedingungen” über Partizipation im Zusammenhang mit Möglichkeiten der Digitalisierung und des Web 2.0 diskutiert. Vorgestellt wird das Projekt youthpart, das sich mit Möglichkeiten der Mitgestaltung in der digitalen Gesellschaft beschäftigt.

 

Die Veranstaltungsorte

 

Die Veranstaltungsorte des Bundeskongresses sind vielfältig und zahlreich. Die Einführung findet am ersten Tag im Friedrichspalast statt. Die Sektionen sind verteilt auf das Hotel Aquino, das Humboldtcarre, die bpb Berlin, das Auditorium Friedrichstraße und die katholische Akademie. Die Workshops finden im Berliner Congress Center (bcc), der katholischen Akademie, der bpb Berlin, dem Bildungsministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt.

 

werkstatt.bpb auf dem Bundeskongress

 

Werkstatt.bpb ist gemeinsam mit seinem Schwesterportal PB21 – Web 2.0 in der politischen Bildung auf dem Kongress vor Ort und berichtet thematisch über die verschiedenen Aspekte von Partizipation im Bildungsbereich. Unsere Fragen sind u.a.: Wie lernen die Jugendlichen, demokratisch zu handeln und politisch aktiv zu werden? Wie können sie z.B. durch den Politik- oder Geschichtsunterricht oder durch außerschulische Bildungsangebote zur Auseinandersetzung mit politischen Themen und zur politischen Teilhabe motiviert werden? Wie können digitale Medien zur politischen Partizipation motivieren und sie erleichtern? Dazu führt werkstatt.bpb Interviews mit ausgewählten Referentinnen und Akteuren und berichtet über die besuchten Sektionen und Workshops, die dann auf der Homepage veröffentlicht werden.

 

Foto: flickr/Fräulein Schiller